Arbat

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Der Arbat ist eine der ältesten und malerischsten Straßen der Moskauer Innenstadt und liegt westlich des Kremls am Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, einer der Sieben Schwestern. Mit einer Länge von knapp anderthalb Kilometern, einer bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte und einer beeindruckenden Sammlung architektonisch einmaliger Häuser ist der Arbat die perfekte Adresse für alle, die die künstlerische Seite der russischen Hauptstadt kennenlernen oder einen gemütlichen Spaziergang in gediegener Bohème-Atmosphäre genießen wollen.

Der Arbat ist zugleich die Lebensader eines ehemaligen Künstlerviertels und eine der besten Anlaufstellen für den Souveniereinkauf in Moskau. Wo sich früher Schriftsteller, Musiker und Künstler über den Fortschritt ihrer Werke unterhielten und zum Kaffeeplausch in gehobener Gesellschaft trafen, da tummeln sich heute überwiegend Touristenscharen, Souvenirverkäufer und Portraitzeichner. Trotz der Modernisierungswelle der Nachsowjetzeit, die zweifellos auch ihre Spuren auf dem Arbat hinterlassen hat, zählt die Straße immer noch zu den beliebtesten Ausflugszielen der Einheimischen und Touristen und konnte sich ihren Kultstatus als Symbol der russischen Künstlerszene erfolgreich beibehalten.
So lassen sich heute auf dem Arbat neben einem beeindruckenden Sortiment an Matrjoschkas und anderen mal mehr, mal weniger kitschigen Mitbringseln auch verschiedene kulturelle Höhepunkte Moskaus entdecken. Eine nicht zu verpassende Anlaufstelle ist das Haus Nr. 53, der ehemalige Wohnsitz Alexander Puschkins. In dem zum Museum umgebauten Herrenhaus werden heute die wichtigsten Stationen im Leben und Schaffen des russischen Nationaldichters in anschaulicher Weise aufgelistet und erklärt. Nicht weit davon entfernt kann man sich auch mit Puschkin und seiner Ehefrau Natalia Gontscharowa fotografieren lassen – die Statue des Paares ist nur eine von vielen entlang des Arbats.
Kulturell geht es auch im Haus Nr. 55, dem Hausmuseum des großen russischen Symbolisten Andrej Bely, und im Wachtangow Theater, einer der führenden Bühnen Russlands und Ikone surrealistischer Theaterkunst, weiter. Unbedingt zu besuchen ist außerdem die sogenannte Zoy-Mauer: in Hommage an den frühzeitig verstorbenen Rockstar der 90er Jahre Viktor Zoy versammeln sich hier auch heute noch immer zahllose Fans, um dem Helden ihrer Jugend ein künstlerisches Andenken zu hinterlassen. Interessant sind schließlich auch ein Besuch beim Melnikow-Haus und in einem der Edelrestaurants der Prunkstraße.
Sie brauchen eine kleine Pause von Ihrem Rundgang durch die russische Kultur? Dann schweifen Sie doch in eine der kleinen, krummen Nebenstraßen des Arbats ab und erkunden Sie die örtliche Kaffeehausszene – das charmante Gassenwirrwarr vollendet den Eindruck von geschichtsträchtiger Zeitreiserei und lockt mit hausgemachten Leckereien in stimmungsvoller Atmosphäre.