Basilius Kathedrale

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Bunt, majestätisch, und unvergleichlich schön – die Moskauer St. Basilius-Kathedrale zählt zu den architektonischen Meisterwerken Russlands und ist eines der bekanntesten Kirchengebäude der Welt. Mit seiner extravaganten Bauart, seinen farbenfrohen Zwiebeltürmen und seiner zentralen Lage mitten im Herzen Moskaus zählt das Bauwerk außerdem zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der russischen Hauptstadt.

File 314Das Aussehen der St. Basilius-Kathedrale wurde bereits mit dem einer Pralinenschachtel verglichen – so fremdländisch wirkt ihr Exterieur bisweilen auf Einheimische und Touristen. Errichtet wurde das bunt kolorierte Gotteshaus in der Mitte des 16. Jahrhunderts durch den Zaren Iwan IV., auch „der Schreckliche“ genannt. Die Gräueltaten, die ihm diesem Beinamen verschafften, sollten jedoch erst ein gutes Jahrzehnt nach dem Bau der Kathedrale beginnen: stattdessen erinnert die St. Basilius-Kathedrale an den Sieg des Moskauer Großfürsten über die südrussischen Städte Kazan und Astrachan und deren erfolgreiche Eingliederung in die russischen Lande.

File 317Um den Bau der St. Basilius-Kathedrale ranken sich verschiedene Legenden. So ist angeblich eine jede der neun Kuppeln, aus denen die Kathedrale besteht, auch einer der neun Schlachten um Kazan gewidmet – eine andere Interpretation weist dem sternförmigen Grundriss des Gotteshauses hingegen eine religiös-symbolische Bedeutung zu. Ganz gleich aber, welches Ziel die Architekten nun tatsächlich verfolgten: der Besuch der St. Basilius-Kathedrale zählt heute zum Pflichtprogramm eines jeden Moskau-Touristen. Die populäre Legende, dass Iwan der Schreckliche die Architekten der Kathedrale nach deren Fertigstellung geblendet haben soll, um den Bau vergleichbarer Monumente zu verhindern, ist übrigens tatsächlich nichts weiter als das: eine Legende. Ähnlich reich verzierte Kirchen können heutzutage auch in anderen Städten Russlands besichtigt werden – doch keine von ihnen erreicht die Grandeur oder die historische Bedeutsamkeit der St. Basilius-Kathedrale.

Heute ist die Kathedrale kein aktives Gebetshaus mehr, sondern ein zum Teil kirchengeschichtliches, zum Teil stadtgeschichtliches Museum. Alle der verschiedenen Kirchen und Kapellen im Inneren der Kathedrale, die über die Jahrhunderte beständig erweitert wurden und durch schummrige Gänge, schmale Wendeltreppen und stilvolle Gewölbe miteinander verbunden sind, sind für Touristen frei zugänglich. Zu bestaunen gibt es unter anderem kunstvolle Wandbemalungen, filigrane Ikonostasen, originale Patriarchengewänder, das Grab des Gottesnarren Basilius und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Informationstafeln auf Englisch sind vergleichsweise rar – doch der Großteil der Ausstellungsstücke spricht ohnehin für sich selbst.