Danilow Kloster

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Das Danilow-Kloster befindet sich im Süden von Moskaus Stadtzentrum und in circa 5 Kilometern Entfernung zu den Sperlingsbergen. Die Klosteranlage zählt nicht nur zu den ältesten Abteien Moskaus und ganz Russlands, sondern ist auch seit Jahrhunderten der traditionelle Sitz des russischen Patriarchen. Wer auf authentische Weise den orthodoxen Klosteralltag miterleben und einen interessanten Einblick in die geistliche Welt Russlands gewinnen möchte, der ist hier genau an der richtigen Adresse.

File 239Wie so viele kirchliche Gebäude der russischen Hauptstadt blickt auch das Danilow-Kloster auf eine bewegte Geschichte zurück. Zum Zeitpunkt seiner Gründung im 13. Jahrhundert markierte es noch den südlichen Stadtrand Moskaus, sodass bald zusätzliche Befestigungsanlagen notwendig waren, um Stadt und Kloster zugleich vor den Überfällen der Mongolen zu schützen. Im 16. Jahrhundert erhielt das Danilow-Kloster dann sein heutiges Aussehen, welches trotz der mehrfachen, starken Beschädigung in den Zeiten der Wirren und unter der napoleonischen Belagerung bis in die Moderne bewahrt wurde. Es ist der detailgetreuen Einhaltung der ursprünglichen Baupläne zu verdanken, dass der unübersehbare Wehrcharakter der Klosteranlagen auch heute noch bestaunt werden kann – neben einer massiven Mauer zählen auch mehrere Wachtürme zum Bollwerk des Komplexes.
File 380Im Laufe der Zeit wurde das Kloster beständig ausgebaut und erweitert. Während die älteste Kirche der Anlage ins 16. Jahrhundert zurück datiert werden kann, stammt die jüngste Erweiterung des Komplexes aus dem späten 19. Jahrhundert. Mit dem Aufstieg der Sowjetunion endete schließlich auch die politische Immunität des russischen Patriarchen, und unter Stalin wurde das Kloster geräumt und zu einer Jugendstrafanstalt umfunktioniert. Auch der Klosterfriedhof, der die Gräber einiger der namhaftesten russischen Künstler beherbergte, wurde aufgelöst und die Grabstätten umverlagert. Die Rückkehr des Klosters in die Hände der Orthodoxen Kirche erfolgte Mitte der 1980er Jahre und kennzeichnet so den Anfang der politischen „Perestrojka“ des Landes.

Heute erstrahlt das Danilow-Kloster wieder in seiner gewohnten, altehrwürdigen Pracht und beherbergt insgesamt sieben Kirchen und Kapellen. Mit seinen grünen Dächern, goldenen Kuppeln und dem roten Eingangstor zählt es nicht nur zu den bedeutendsten, sondern auch zu den malerischsten Klöstern Moskaus. Touristen steht es frei, den täglichen Gottesdiensten beizuwohnen; alternativ lohnt sich auch ein Besuch des klostereigenen Museums, in dem einige der bedeutsamsten Werke der russischen Kirchenkunst bestaunt werden können. Ferner bestehen auch Übernachtungsmöglichkeiten für all diejenigen, die einmal komplett in den Klosteralltag abtauchen wollen.