Filme

Moskau ist eine Stadt, die immer wieder über die nationale und internationale Leinwand flimmert – mal in größerem, mal in kleinerem Ausmaß. Das hektische Treiben der Innenstadt, die architektonische Grandeur und die sinnbildliche Rolle Moskaus als Stellvertreter ganz Russlands rücken die Stadt wiederholt ins Interesse in- und ausländischer Filmemacher und haben sie bereits zur Kulisse zahlreicher prominenter Kinostreifen gemacht.

Zwei der berühmtesten filmischen Hommagen an Moskau entstammen der späten Sowjetzeit und zählen zur Créme de la créme der Produktionen der berühmten Mosfilm-Studios. Im Film „Moskau glaubt den Tränen nicht“ (Originaltitel „Moskwa slezam ne werit“, 1980) wird auf überraschend unpropagandistische, bisweilen melancholisch stimmende und alles in allem unübertroffen liebenswerte Weise das Schicksal dreier junger Frauen dargestellt, die sich in Moskau auf Männerfang begeben und bald von der Realität des harschen Großstadtlebens eingeholt werden. Der Film betont den Wert echter Freundschaft und die Realität wahrer Liebe und wurde 1981 mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. Der jedes Jahr zu Silvester ausgestrahlte Film "Ironie des Schicksals" (Originaltitel "Ironija sud'by", 1975) thematisiert hingegen auf humorvoll-satirische Weise die Irrungen und Wirrungen, die der Moskauer Plattenbaupolitik entspringen können, und ist inzwischen zu einem der größten Kultfilme des russischen Fernsehens avanciert.

Heutzutage ist Moskau ein zunehmend beliebtes Pflaster für Actionfilme und Thriller des internationalen Kinos. Zahlreiche Blockbuster des Hollywood Kinos haben die russische Hauptstadt bereits als Haupt- oder Nebenschauplatz für ihre atemberaubendsten Szenen gewählt und setzen auf den hohen Wiedererkennungswert der Osteuropametropole. Erstmalige internationale Berühmtheit erlangte Moskau allerdings schon 1963: im Film „Liebesgrüße nach Moskau“ (Originaltitel „From Moscow With Love“) begab sich niemand anderes als James Bond auf eines der beliebtesten Abenteuer seiner Filmkarriere und sorgte so zumindest für eine indirekte Referenz zu Russland auf der Kinoleinwand. Weiter als bis nach Jugoslawien schaffte es der Held der britischen Krone im Film allerdings nicht – einem tatsächlichen Auftauchen in Moskau machte die weltpolitische Lage der Zeit einen Strich durch die Rechnung.
Heute hat sich nicht nur das politische Klima zwischen West und Ost, sondern auch die Nachfrage nach möglichst abwechslungsreichen und eindrucksvollen Drehorten geändert. So machte sich Bruce Willis im vierten Teil der „Stirb Langsam“-Serie (2013) auf den Weg nach Moskau, um seinem Sohn aus dem Schlamassel und einer örtlichen Terrorbande zu jeder Menge unerwarteten Komplikationen zu verhelfen, während Matt Damon im zweiten Teil der „Bourne Verschwörung“ (2004) ausgerechnet die Straßen der russischen Hauptstadt zum Ort für eine spektakuläre Verfolgungsjagd auserwählte. Auf der Suche nach Gerechtigkeit ließ sich in den 1980er Jahren auch ein rachsüchtiger Sylvester Stalone im vierten „Rocky“ Teil (1985) ins Moskau der Sowjetunion locken, um einen seiner legendären Boxkämpfe anzutreten, und im 2012er Spielfilm „Resident Evil: Retribution“ kämpfte Milla Jovovich nicht nur für Moskaus Befreiung von einer Zombieplage, sondern gleich für die Rettung der ganzen Welt. Kleinere Auftritte wurden Moskau darüber hinaus auch in zwei der jüngsten Verfilmungen des Marvel Universums zuteil: während Robert Downey Jr. in „Iron Man 2“ (2010) gegen einen überambitionierten russischen Wissenschaftler in die Schlacht ziehen muss, führen James McAvoy und Michael Fassbender den Zuschauer in „X-Men: First Class“ (2011) nicht nur zurück in die Geschichte der X-Men Saga, sondern auch in die des Kalten Krieges. Humorvoll widmete sich schließlich Robin Williams in „Moskau in New York“ (Originaltitel „Moscow on the Hudson“, 1984) dem Werdegang eines jungen Moskauers, den der Zufall nach New York verschlägt und der sich - selbst eine Karikatur des Klischeerussen - nur schwer an den stark parodisierten amerikanischen Alltag gewöhnen kann.

Wer sich allgemein für den russischen Film interessiert, der sollte auch einen Blick auf die legendären Werke Sergej Eisensteins werfen. Der russische Regisseur litauischer Abstammung wurde in den 1920er Jahren zum Vater des modernen Sowjetkinos und verewigte sich unter anderem auf ausdrucksstarke Weise in den Revolutionsfilmen „Streik“, „Panzerkreuzer Potemkin“ und „Oktober“. Alternativ lohnt sich auch ein Besuch des jährlich im Juni stattfindenden internationalen Moskauer Filmfestivals, das zu den bedeutendsten Veranstaltungen seiner Art gehört und bereits seit 1935 Filmperlen aus aller Welt auszeichnet und vorstellt.