Geschichte

Jahr Ereignis
10. Jh. Erste slawische Stämme lassen sich in der Region des heutigen Moskaus nieder.
1147 Erste urkundliche Erwähnung Moskaus als „Moskow“.
1156 Offizielle Gründung Moskaus unter dem Bojaren Jurij Dolgorukij, der zur Verteidigung der bestehenden Siedlung eine hölzerne Festung – den ersten Kreml – errichten lässt.
12.-13. Jh. Durch die strategisch günstige Lage der Stadt und ihren Anschluss an einige der wichtigsten Handelsrouten und Wasserstraßen der verschiedenen russischen Fürstentümer floriert Moskau und dehnt sich rapide aus.
1238 Erster Überfall der mongolischen Goldenen Horde und Niederbrennung der Stadt.
1263 Moskau wird offiziell eines der russischen Fürstentümer.
1326 Der Metropolitensitz wird von Wladimir nach Moskau verlegt. Moskau wird zum geistlichen Zentrum der russischen Fürstentümer.
Mitte 14. Jh. Beginn der Landsammlung unter den Moskauer Fürsten und beständige Ausweitung des Moskauer Territoriums.
1380 Legendärer Sieg des Moskauer Fürsten Dmitrij Donskoj über die Goldene Horde bei der Schlacht von Kulikowo. Zwar wurde das Fürstentum dadurch noch nicht von der mongolischen Oberherrschaft befreit, doch der Wille zum Widerstand in der Bevölkerung wurde nachhaltig gestärkt.
1382 Moskau wird erneut von den Mongolen niedergebrannt.
1462 Iwan III. "der Große" wird zum Großfürsten Moskaus und setzt die Sammlung der russischen Lande mit neuer Energie fort. Bald ist Moskau Hauptstadt des bislang größten vereinigten russischen Territoriums, dem sich immer mehr Fürstentümer im Kampf gegen die mongolische Oberherrschaft anschließen.
1472 Iwan der Große heiratet die byzantinische Prinzessin Sofia und macht Moskau somit zum neuen Zentrum des orthodoxen Glaubens. Fortan beansprucht Moskau den Titel des „Dritten Roms“ in Ersatz für das gefallene Konstantinopel.
1480 Die Goldene Horde wird endgültig von Iwan dem Großen besiegt. Als Folge dieser Befreiung wendet sich der Großfürst unter Mithilfe internationaler Architekten dem Ausbau des Kremls und der Vergrößerung und Verschönerung Moskaus zu. Zahlreiche neue Kirchen, darunter die Uspenskij Kathedrale, werden errichtet.
1547 Iwan IV. „der Schreckliche“ wird zum Herrscher der russischen Fürstentümer und nennt sich erstmals in der Geschichte des Reiches „Zar und Autokrat“ Russlands. Unter seiner Herrschaft wandelt sich Moskau zunächst zu einem blühenden Handelsknotenpunkt und zum kulturellen und religiösen Zentrum des Landes.
1552 Iwan IV. befreit das tatarische Kazan von der mongolischen Herrschaft, legt somit den Grundstein für das Russische Vielvölkerreich und errichtet in Gedenken an diesen Sieg die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz.
1565-84 Iwan der Schreckliche erliegt einer wachsenden Paranoia, tötet im Affekt seinen Sohn und verwandelt seine Herrschaft in ein Terrorregime. Mit seinem Tod hinterlässt er ein tief zerrüttetes und gespaltenes Land.
1598-1613 Mit dem Tod des letzten Rurikidenherrschers und dem Aussterben der bisherigen Herrscherdynastie beginnt die sogenannte „Zeit der Wirren“, eine Phase ständiger Machthaberwechsel, Thronprätendenten und Umsturzpläne.
1610-1612 Das Großreich Polen-Litauen nutzt die Gunst der Stunde und erobert Moskau. Zusätzlich belagert auch Schweden die Grenzen des von der Zeit der Wirren geschwächten Russland; das Zarenreich selbst hat keine Regierung.
1613 Nach der Befreiung von der polnischen Belagerung unter der Initiative des Kaufmanns Minin und des Fürsten Poscharski, deren Denkmal heute auf dem Roten Platz zu besichtigen ist, einigen sich die Bojaren auf Michail Romanow als neuen Zaren. Die Romanow-Dynastie nimmt ihren Anfang.
Mitte 17. Jh. Die Bevölkerung Moskaus wächst auf mehr als 200.000 Menschen. Moskau ist die größte Stadt der Welt.
1698 Peter der Große wird Zar Russlands und beginnt eine umfassende Modernisierung der russischen Gesellschaft nach westlichem Vorbild.
1703-12 Peter der Große legt den Grundstein für eine neue, europäische Hauptstadt. 1712 löst Sankt Petersburg Moskau als Hauptstadt Russlands ab.
1755 Gründung der Staatlichen Lomonossow-Universität in Moskau, der ersten russischen Universität.
1780 Das erste Theater Russlands, das heutige Bolschoj Theater, wird in Moskau erbaut.
1812 Napoleon und die französische Armee stehen vor den Toren Moskaus. Die Bevölkerung verfolgt die Strategie der verbrannten Erde und setzt die Stadt selbst in Flammen. Napoleons Truppen müssen nach kurzer Zeit aus Mangel an Vorräten wieder abziehen und erliegen schließlich dem russischen Winter.
Anfang - Mitte 19. Jh. Das zu zwei Dritteln zerstörte Moskau wird in größerem Umfang als zuvor wieder aufgebaut und erstrahlt innerhalb kürzester Zeit in neuem Glanz. Zu den Modernisierungen zählen unter anderem Straßenbahnen, Elektrizität und erste Fabriken.
1861 Unter Zar Alexander II. wird die Leibeigenschaft der Bauern abgeschafft, doch die sozialen Spannungen nehmen infolge der stetig Einzug haltenden Industrialisierung weiter zu.
1894 Der letzte russische Zar Nikolaus II. wird in Moskau gekrönt.
Ende 19. Jh. Moskau entwickelt sich zu einem Industriezentrum für Textilwaren und Metallurgie sowie zum geistigen Sitz der Slawophilen und Sozialdemokraten.
1918 Nach der erfolgreichen Oktoberrevolution im Vorjahr wird Moskau zur Hauptstadt der neugegründeten Sowjetrepublik.
1922 Gründung der Sowjetunion in Moskau.
1924 Lenin wird nach seinem Tod einbalsamiert und auf dem Roten Platz in einem Mausoleum bestattet.
1920er Jahre Einer kurzzeitigen Lockerung der Sowjetdiktatur folgt ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine kulturelle Blütezeit in Moskau, die vor allem in der Literatur der Modernisten, in den architektonischen Spielereien der Zeit und im russischen Film Eisensteins zum Ausdruck kommt.
1930er Jahre Die Zeit des Stalinschen Terrors beginnt. Stalin plant einen architektonischen Generalumbau Moskaus und gründet die Moskauer Metro.
1941 Beginn des Zweiten Weltkriegs in Russland. Deutsche Truppen erreichen Moskau, werden aber nach mehreren Monaten der Belagerung im Winter von der Roten Armee zurückgeschlagen.
1945 Nach dem Ende des „Großen Vaterländischen Krieges“ findet auf dem Roten Platz die erste Siegesparade der Roten Armee statt.
1949-1956 Bau der Sieben Schwestern.
1947 Beginn des Kalten Krieges.
1953 Tod Stalins und Beginn der Ära Chruschchew.
1960er Jahre In Moskau herrscht akute Wohnungsnot. Chruschchew löst das Problem durch die expansive Gründung von Plattenbauvierteln - der Gebäudetyp wird heute noch nach dem Politiker benannt.
1980 Moskau ist Gastgeber der Olympischen Spiele.
1991 Der amtierende Präsident und Initiator der Perestrojka, Michael Gorbatschow, wird durch einen Staatsstreich abgesetzt. In Moskau wird der Ausnahmezustand ausgerufen; durch den Widerstand der Bevölkerung scheitert der Putsch aber letztlich. Die Sowjetunion zerfällt.
1990er Jahre Moskau wird zum Zentrum des kapitalistischen Umsturzes in Russland und zum symbolischen Geburtsort für Oligarchen, Neue Russen und politische Instabilität.
1993 Die ersten freien Wahlen Russlands werden in Moskau abgehalten.
1997 Moskau feiert 850-jähriges Jubiläum.
2000 Der Neubau der unter Stalin gesprengten Christ-Erlöser-Kathedrale wird eingeweiht. Wladimir Putin wird erstmals zum Präsidenten Russlands gewählt.
2002-04 Eine Reihe an tschetschenischen Terroranschläge erschüttern Moskau und lenken die internationale Aufmerksamkeit auf die ungelöste Situation im Kaukasus.
2006 Moskau wird erstmals zur teuersten Stadt der Welt gekürt.
2011 Nach den Parlamentswahlen kommt es in Moskau erstmals zu großflächigen Demonstrationen gegen Putins Politik. Die später zweifelhafte Medienberühmtheit erlangende Punk-Protest-Band Pussy Riot gründet sich in Moskau.
2013 Moskau wird Austragungsort der Leichathletik-Weltmeisterschaften.