Kreml

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Zarensitz, Krönungsort und politisches Zentrum der Moderne: keine Moskauer Sehenswürdigkeit besitzt einen solchen Wiedererkennungswert wie der Kreml. Unter dem ersten und zugleich furchteinflößendsten Zaren der russischen Geschichte erbaut, ziert der großflächige und von einer kilometerlangen, roten Ziegelmauer umgebene Komplex seit jeher das Herz Moskaus – und lockt seit seiner Wiedereröffnung für Besucher im Jahr 1955 auch täglich wieder hunderte an Touristen in sein geheimnisvolles Inneres.

File 209Wer sich den Kreml als bloßes Museum vorstellt, der hat weit gefehlt. Vielmehr empfiehlt es sich, für den Besuch der verschiedenen Paläste, Kathedralen und Sehenswürdigkeiten innerhalb der Kremlmauern einen halben bis ganzen Tag einzuplanen. Als ehemaliges Lebens- und Schaffenszentrum der russischen Zaren vereint der Kreml sowohl die wichtigsten politischen als auch religiösen Institutionen der Hauptstadt und präsentiert sich seinen Besuchern so als kurzweiliger Querschnitt durch die russische Geschichte.
File 215Wer einmal die Menschenschlange vor der Ticketkasse bewältigt hat, der hat die freie Wahl unter den vielen Attraktionen des Kremls. Ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang ist der Kathedralenplatz: lassen Sie sich hier zunächst von der Herrlichkeit der drei großen Kathedralen des Kremls in Erstaunen versetzen, besuchen Sie dann deren reich verzierten Innenräume und besichtigen Sie abschließend einige der größten Relikte der Zarenzeit – so zum Beispiel den Thron Iwans des Schrecklichen in der Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale, einige Originalikonen des berühmten russischen Ikonenmalers Andrej Rublev in der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale oder verschiedene Zarengräber in der Erzengel-Michael-Kathedrale.
File 263Zu den Museen des Kremls zählen unter anderem die Waffenkammer und der Patriarchenpalast. Während in ersterem Gebäude verschiedene Regalia, Waffen, Kleidungsstücke und Schmuckgegenstände der Zarenfamilien bestaunt werden können, bietet letzterer Palast einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und die Arbeit der russischen Patriarchen im 17. Jahrhundert. Regelmäßige Wanderausstellungen ergänzen das Museumsangebot des Kremls; der Große Kremlpalast ist als Teil der aktiven Regierungsgebäude in der Regel nicht für Besucher geöffnet.

File 386Auch das Gelände des Kremls hält so manche Sehenswürdigkeit bereit. Die weltgrößte Glocke – ein Ungetüm, das aufgrund eines Konstruktionsfehlers nie zum Läuten kam – entstammt dem Russland des 17. Jahrhunderts, heißt passenderweise Zarenglocke und ziert den Innenhof des Kremls; neben ihr befindet sich außerdem die sogenannte Zarenkanone, ein ähnlich überdimensionales und reich verziertes Geschütz aus dem 16. Jahrhundert. Apropos: doppelt lohnt sich ein Besuch des Kremls an Samstagen. Dann findet zur Mittagszeit eine von Soldatendrill und Säbelrasseln geprägte, überaus sehenswerte Militärparade auf dem Kathedralenplatz statt, welche den historischen Flair des Komplexes perfekt zur Geltung bringt.