Kulinarisches aus Moskau

File 329Das Land von Kaviar, Kohlsuppe und Kwas – Russland mag in vielerlei Hinsicht ein attraktives Reiseland sein, doch bislang vermochte das ehemalige Zarenreich nur selten auf Basis seiner kulinarischen Besonderheiten Lorbeeren zu ernten. Das ist jedoch kein Grund, ob einer bevorstehenden Reise in die russische Hauptstadt in Verzweiflung zu geraten und sich schon von vornherein vom Gedanken an Gaumenfreuden und Geschmackserlebnisse zu verabschieden: vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Moskaus Restaurantszene erfreut sich eines zunehmend exzellenten Rufs, verspricht internationalen Gaumenkitzel und opulentes Ambiente und dürfte auch dem anspruchsvollsten Connaisseur guter Küche noch ein Esserlebnis zu bieten haben, das alle seine Erwartungen erfüllt - oder übertrifft.
File 347Wer sich bei einem Moskaubesuch mit der traditionell russischen Küche vertraut machen möchte, der muss nicht lange suchen: die simplen, aber herzhaften Traditionsgerichte der russischen Küche lassen sich sowohl in den landeseigenen Fastfoodketten als auch in Restaurants jeder nur erdenklichen Sternekategorie verkosten. Trotz ihrer eher rustikalen Landesküche verstehen die Russen es, ihre Mahlzeiten leicht in ein Festmahl zu verwandeln: neben einer üppigen Auswahl an Salaten und Suppen als Vorspeise zählen neben dem Hauptgericht auch zahllose kreative Nachspeisen zum gängigen Angebot an Speisen. Probiert werden sollten auf jeden Fall „Vinegret“, ein Salat aus gekochter roter Beete und Kartoffeln, sowie „Ucha“, eine Fischsuppe nach jahrhundertealtem Rezept, und „Borsch“, ein in ganz Osteuropa populärer Rindfleischeintopf mit roter Bete und Schmand. Letztere Zutat ist eine generell beliebte Beilage, die häufig auch zu den mit Hackfleisch gefüllten Teigtäschchen namens „Pelmeni“ oder zur russischen Version von Pfannkuchen gereicht wird – die „Bliny“ genannten Eierkuchen sind in der russischen Küche sogar so beliebt, dass sie ihre eigene Festwoche haben. Wer kurz vor Ostern nach Russland reist, wird so auf jeden Fall in den Genuss dieses landesweiten Traditionsgerichtes kommen: während der sogenannten „Butterwoche“ dominieren Bliny die Speisetafel von Moskau bis Wladiwostok. Und auch der stereotype Kaviar darf natürlich nicht fehlen: als beliebte Beilage zu Pfannkuchen wird er häufig auch einfach gerne mit Brot gegessen.
Und wo bleibt das „Wässerchen“? Auch der Wodka darf natürlich als Nationalgetränk Russlands nicht auf der Speisekarte fehlen: im Gegensatz zur westlichen Trinkkultur wird der klare Schnaps in der Regel zusammen mit verschiedenen Häppchen – darunter häufig Salzgurken und Hering – und stets eisgekühlt genossen. Weitere traditionelle Getränke Russlands sind Kwas, ein nichtalkoholisches Bier, das aus Brot produziert wird und nur selten den Geschmackserwartungen experimentierfreudiger Touristen entspricht, sowie Schwarzer Tee – vorzugsweise mit Zucker und Zitrone.
So abwechslungsreich die traditionelle russische Küche aber auch ist, so attraktiv ist auch das internationale Restaurantensemble der Landeshauptstadt – ein Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand lohnt sich also in jedem Falle.
Neben dem kulinarisch überaus interessanten Erbe des ehemaligen Vielvölkerstaates Russland, das sich vor allem in einer Vielzahl an kaukasischen, usbekischen und armenischen Restaurants widerspiegelt, ist die russische Hauptstadt unlängst auch zum Schauplatz eines beispiellosen Sushi-Booms geworden. Darüber hinaus wächst auch das Interesse an gesundheitsbewusster Ernährung und ökologisch verantwortungsvoller Zutatenauswahl in der Moskauer Restaurantszene - wo noch bis vor wenigen Jahren vegetarische Optionen und qualitätsgesicherter Genuss schwer zu finden waren, übertrumpfen sich heute nicht nur die Sternerestaurants der Hauptstadt mit innovativen Gerichten, exzellentem Service und ansprechendem Ambiente. Wer sich ein besonders luxuriöses Gaumenerlebnis in einmaliger Atmosphäre gönnen möchte, der kommt allerdings schnell auch in den Kontakt mit Moskaus legendärer Preisskala – die international rennomierten Restaurants "Café Puschkin", "Sirena" und "Galereja" zählen so zur kulinarischen Crème de la crème der Hauptstadt, sind dafür aber auch absolute Garanten für einen unvergesslichen Abend in unnachahmlicher Atmosphäre.