Matrjoschka Museum

File 149Ein jeder kennt sie, ein jeder liebt sie: Matrjoschkas, die russischen Holzpüppchen, die in scheinbar endloser Folge ineinander gestapelt werden können und nicht nur mit ihrem originellen Design, sondern auch ihren farbenfrohen Bemalungen zu faszinieren wissen. Seit 2001 bietet ein Museum in Moskaus Innenstadt einen kompakten Einblick in die Entstehungsgeschichte und Besonderheiten der Puppen und lädt ein zu einem kurzweiligen Besuch in der russischen Kunstgeschichte.

File 287Das Moskauer Matrjoschka Museum lässt sich am besten mit den Worten "klein, aber fein" beschreiben: in lediglich zwei Räumlichkeiten lässt sich hier eine beeindruckende Zahl an Ausstellungsstücken besichtigen, die nicht nur in Größe und Form, sondern auch Farbe und Alter erheblich variieren. Das Museumsgebäude ist übrigens auch die Geburtsstätte der Matrjoschka: hier schufen zwei russische Maler und Tischler im Jahr 1900 die erste der inzwischen international berühmten Holzpuppen. Deren Zurschaustellung bei der Weltausstellung im gleichen Jahr soll angeblich für fast so große Furore gesorgt haben, wie die Präsentation des Eiffelturms elf Jahre zuvor - die Echtheit dieses Berichts ist zwar fraglich, doch der Spaß am Öffnen und Entdecken der kunstvollen Spielzeuge ist auch heute noch ein Vergnügen.
Zu den Exponaten des Matrjoschka Museums zählen einige der schönsten, sonderbarsten und außergewöhnlichsten Puppenkonstruktionen des Landes. Das größte Ausstellungsstück misst einen ganzen Meter und beinhaltet insgesamt fünfzig weitere Püppchen, während die Bemalungen der kleinsten Exemplare mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen sind. Die Matrjoschkas sind außerdem auch nach ihrer Herkunftsregion geordnet und stellen so eindrucksvoll die verschiedenen Malstile und Motivwahlen ihrer Ursprungsorte zur Schau – von der traditionellen Bäuerinnentracht bis hin zu Märchenszenen und Schach-Matrjoschkas kann im Museum alles entdeckt werden. Beschreibungen der Ausstellungsstücke gibt es fast keine, allerdings lässt sich gegen einen Aufpreis – der reguläre Museumseintritt ist kostenlos – auch eine Führung organisieren, die den Besucher in die Feinheiten der russischen Puppenmalerei, den korrekten Maßstab, das richtige Holz und viele weitere Geheimnisse der Matrjoschkaherstellung einweiht.

Wer sich auch im Erwachsenenalter noch für die Kunstfertigkeiten dieses russischen Spielzeugs begeistern kann, der sollte sich einen Besuch im Matrjoschka Museum auf keinen Fall entgehen lassen. Trotz der geringen Größe der Ausstellungsräume lohnt es sich, ausreichend Zeit für eine Besichtigung mitzubringen: so schön und einmalig sind die hiesigen Matrjoschkas, dass über ihrer Betrachtung schnell einmal die Zeit vergessen wird. Und wer sich zum Schluss selbst ein kleines Souvenir mit nach Hause nehmen will, der findet im angrenzenden Museumsshop garantiert etwas nach seinem Geschmack.