Sieben Schwestern

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Die "Sieben Schwestern" sind eines der Wahrzeichen Moskaus und der Inbegriff Stalinistischen Weltmachtstrebens. Die nach dem Ende des „Großen Vaterländischen Krieges“ errichteten und strategisch im Zentrum Moskaus platzierten Wolkenkratzer sollten zum Einen dazu dienen, den Sieg Russlands gegen das faschistische Deutschland zu zelebrieren, und zum Anderen den neuen Machtstatus der Sowjetunion auf der politischen Weltkarte zum Ausdruck bringen. Ziel der Architekten war es, selbst bei westlichen Besuchern den Eindruck ehrfurchtserregender Imposanz hervorzurufen – eine Prämisse, die erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde.

File 269Verspielte Türmchen, pompöse Spitzen und ein Stilmix der Superlative sind die Markenzeichen der Sieben Schwestern – ganz, wie es sich für Moskau gehört. Als willkommene Abwechslung zum sonst so nüchtern-kunstlosen Stil der sowjetischen Plattenbauten und Denkmäler dekorieren und dominieren sie in Kreisform angeordnet das Zentrum der russischen Hauptstadt. Wo auch immer man sich gerade in Moskau befindet: eines der epochalen Gebäude im Zuckerbäckerstil liegt mit Sicherheit stets ganz in der Nähe.
File 275Die berühmteste der Sieben Schwestern ist die Lomonossov-Universität im Südwesten Moskaus. Mit 36 Etagen, einer eigenen Metrostation und einem eingebauten Wohnkomplex bildet die Hochschule eine eigene kleine, akademische Welt für sich und bietet aus ihren höheren Etagen einen unschlagbaren Blick auf den Kreml. Zu den restlichen Sieben Schwestern zählen das Außenministerium an der Prunkstraße Arbat, die Hotels Ukraina und Leningradskaja, zwei Wohnhäuser und das Haus am Roten Tor. Ursprünglich sollte in der Mitte der Sieben Schwestern der Palast der Sowjets - ein gigantisches, von einer Leninstatue geziertes Monument der kommunistischen Macht und Kultur - erbaut werden, doch nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 kam dieser Plan schließlich nie zur Ausführung.

Aufgrund ihrer heutigen Funktion kann der Großteil der Sieben Schwestern leider nicht mehr von innen besichtigt werden - doch im Grunde ist das auch überhaupt nicht notwendig, um die unglaubliche Pracht und beeindruckende Kunstfertigkeit der Gebäude gebührend bestaunen zu können. Selbst wenn Sie sich nicht extra auf die Suche nach Stalins architektonischen Lieblingsspielereien begeben, werden Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Ihres Moskaubesuches sicherlich einmal einen Blick auf zumindest eine der Schwestern erhaschen können - vergessen Sie den Fotoapparat nicht!