Wladimir Wyssozki Museum

File 179Das Wladimir Wyssozki Museum liegt im Südosten Moskaus an der Metrostation Taganskaja und erinnert an den mit Abstand berühmtesten Liedermacher, Poeten und Künstler der späten Sowjetunion. Wyssozki, der Sänger mit der unverkennbar rauen Stimme und dem unbequem-provokativen Gedankengut, zählt in seinem Heimatland zu den größten Kultpersonen des vergangenen Jahrhunderts und wird in seiner Bedeutung gerne mit dem Raumfahrer Jurij Gagarin gleichgesetzt - wenn auch ohne dessen staatliche Anerkennung. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - der konstanten Verunglimpfung Wyssozkis durch die kommunistische Staatsspitze hat sich der Künstler einen dauerhaften Platz im Gedächtnis und den Herzen der Menschen erobert und lockt bis heute tausende Besucher jährlich an die ihm gewidmeten Gedenkorte in Moskaus Stadtzentrum.

Der geborene Moskowiter war ein exzentrischer Zeitgenosse: nicht nur seine staatskritischen und in salopp-gekonntem Straßenjargon formulierten Lieder und Gedichte, sondern auch seine einmaligen Theateraufführungen in den 60er und 70er Jahren machten Wyssozki schnell zum Lieblingskünstler des Volkes und zum potentiellen Staatsfeind der Partei. Noch heute schätzen viele Russen Wyssozki als die "Stimme Russlands" in einer der schwierigsten Zeiten des Landes - und zeigen sich so auch gerne bereit, die Extravaganzen des Künstlers entweder als bloße Bagatellen oder als Zeichen eines missverstandenen Genies abzutun. Der vorzeitige und generell dem Alkoholmissbrauch des Musikers und Schauspielers zugeschriebene Tod Wyssozkis im Jahr 1980 rief eine landesweite Welle der Bestürzung hervor, die letztlich nicht nur die zeitgleich stattfindenden Olympischen Spiele in ihren Schatten stellte, sondern auch als Anstoß für die Gründung eines Wyssozki Museums in dessen Heimatstadt diente.

Das heutige Memorialmuseum widmet sich in drei Themenräumen dem Leben, Schaffen und der Rezeption Wyssozkis in der russischen Gesellschaft und in den Medien. Anhand zahlreicher sorgsam ausgewählter Ausstellungsstücke lässt sich ein ausgezeichneter Einblick in die Lebensweise und die künstlerische Ideologie des Volkshelden gewinnen, dessen Lieder und Gedichte bis heute von einem Großteil der russischen Bevölkerung auswendig gekannt und hoch geschätzt werden. Vor Ort gibt es daher auch die Möglichkeit, Wyssozkis rauchigem Bariton einmal selbst zu lauschen - zum medialen Angebot des Museums zählen unter anderem verschiedene Tonaufnahmen seiner Lieder und ein Mitschnitt jener Hamlet-Inszenierung, mit der Wyssozki einst in der internationalen Theaterszene zu Berühmtheit gelangte.